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Kiel ist die Hauptstadt Schleswig-Holsteins und liegt an einem Fjord, der von der Ostsee weit ins Landesinnere reicht. Dieses Gewässer, die Kieler Förde, prägt fast alles in der Stadt. Fähren nach Skandinavien teilen sich den Fjord mit Marineschiffen, Segelyachten und kleinen Fischerbooten, und im Hafen wird es selten ruhig.
Die Deutsche Marine unterhält einen Stützpunkt in der Stadt, und Werften sowie Trockendocks säumen noch immer Teile des Ufers. Auf der anderen Seite des Wassers, in Laboe, steht ein Gedenkturm neben U-995, einem erhaltenen U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg, das vom Bug bis zum Heck begehbar ist.
Segeln gehört zum Rhythmus der Stadt und ist kein saisonales Extra. Die Kieler Woche, die jeden Sommer stattfindet, füllt den Fjord tagelang mit Regattabooten, und das Ufer verwandelt sich in eine lange Open-Air-Veranstaltung mit Musik und Essensständen. Außerhalb der Festwoche tragen dieselben Gewässer Segelschulen und Yachtclubs, die Generationen von Ostseeseglern ausgebildet haben.
Kiel wurde im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bombenangriffe größtenteils zerstört, und das wiederaufgebaute Zentrum zeigt das: breite Nachkriegsstraßen, funktionale Architektur und eine Handvoll älterer Gebäude, die zufällig erhalten blieben. Am Wasser entlang führt die Kiellinie an Cafés, kleinen Stränden und Ausblicken über den Fjord auf die vorbeifahrenden Fähren vorbei.
Nördlich des Stadtzentrums durchschneidet der Kieler Kanal die Basis der jütländischen Halbinsel und verbindet die Ostsee mit der Nordsee; Schleusen und schmale Ufer bringen große Schiffe so nah heran, dass man sie vom Land aus beobachten kann. Fischmärkte am Hafen verkaufen geräucherten und frischen Ostseefang.
Jenseits des Hafens öffnet sich der Fjord zu einer Küste mit niedrigen Kliffs, Stränden und ruhigen Segeldörfern. Schönberg und Laboe liegen am östlichen Ufer mit Sandstränden im Sommer; landeinwärts liegt die Seestadt Plön mit einem Schloss über dem Wasser. Der Fjord selbst bleibt bei jedem Besuch zentral - ob von einer Hafenfähre, einer Bank auf der Promenade oder dem Deck eines vorbeifahrenden Segelboots aus gesehen.