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Lokales Gericht · Sauce & Beilagen

Frankfurter Grüne Soße

Kalte Sauce aus sieben Kräutern, serviert mit Eiern und Kartoffeln in Frankfurt

  • Vegetarisch
HerkunftslandGermany · Hesse
Wann man es isstMärz–Oktober · Tradition am Gründonnerstag; frische Kräuter von Frühling bis Herbst
Frankfurter Grüne Soße
Einheimischer Name
Frankfurter Grie Soß
Serviert mit
Gekochte Eier, Kartoffeln
Am besten in
Ein Apfelwein-Lokal in Sachsenhausen
Passt zu
Apfelwein (Ebbelwoi)

Was es ist

Frankfurter Grüne Soße, vor Ort bekannt als Frankfurter Grie Soß, ist eine kalte grüne Soße, die die kulinarische Identität von Frankfurt am Main und dem umliegenden Teil Hessens prägt. Sie ist kein Salatdressing und auch keine Beigabe nach Art von Senf oder Meerrettich. Es handelt sich um eine kräftige, cremige Soße aus sieben frischen Kräutern, fein gehackt und untergehoben in eine Basis aus saurer Milch und Ei. Das Ergebnis ist eine kühle, würzig-kräuterige Soße, die zusammen mit Pellkartoffeln und hartgekochten Eiern als traditionelles Frühlingsgericht serviert wird.

Das Gericht gehört zur Saison, nicht zum Kalenderjahr. Frische Kräuter erreichen die Frankfurter Märkte im März und sind bis in den Herbst erhältlich, doch der traditionelle Tag, an dem es gegessen wird, ist Gründonnerstag, der weithin als Beginn der Grüne-Soße-Saison gilt. Seit 2016 ist die als Frankfurter Grüne Soße verkaufte Kräutermischung in der EU als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) geschützt.

Die sieben Kräuter

Die Identität des Gerichts beruht auf seinen Zutaten. Das klassische Bündel enthält sieben Sorten: Borretsch, Kerbel, Gartenkresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Auf den Frankfurter Märkten werden sie gemeinsam verkauft, in weißes Papier gewickelt. Nach den Regeln der g.g.A. für die Kräutermischung müssen alle sieben vorhanden sein, und kein einzelnes Kraut darf mehr als 30 Prozent des Gewichts ausmachen.

Jedes Kraut trägt eine eigene Note zum Gesamtgeschmack bei. Borretsch verleiht eine gurkenartige Frische, während Sauerampfer eine scharfe, zitronige Säure beisteuert, die die Üppigkeit der Milchbasis ausgleicht. Kerbel bringt einen Hauch von Anis, Schnittlauch eine milde Zwiebelnote, Kresse eine pfeffrige Schärfe, Petersilie eine erdige Frische und Pimpinelle eine sanfte, nussige Tiefe. Die Kombination ist frisch und zugleich herzhaft, anders als andere grüne Soßen, die man in Deutschland oder anderswo findet.

Die Kräuter werden so fein wie möglich gehackt, fast zu einer Paste, bevor sie in die Basis gemischt werden. Diese besteht meist aus saurer Sahne, Schmand, Joghurt oder Quark, oft ergänzt mit Öl, Essig, Salz und manchmal einem Hauch Senf. Viele traditionelle Varianten geben auch gehackte hartgekochte Eier dazu oder verrühren die Eigelbe in der Soße, was ihr Substanz verleiht. Die gesamte Zubereitung erfolgt kalt; weder die Kräuter noch die fertige Soße werden je erhitzt.

Wie es gegessen wird

Frankfurter Grüne Soße wird selten als Vorspeise serviert. Sie ist der Mittelpunkt eines Frühlingsessens, traditionell zusammen mit Pellkartoffeln und hartgekochten Eiern, die halbiert in die Schale gegeben werden. Die Soße umgibt die Eier und überzieht die Kartoffeln, sodass die kühlen Kräuter auf die warmen, stärkehaltigen Elemente treffen. Sie begleitet auch Tafelspitz, Schnitzel oder Fisch, wobei die Kombination mit Ei und Kartoffel die bekannteste Darreichungsform bleibt.

Das Gericht wird oft in einer Apfelwein-Wirtschaft (Äppelwoi-Wirtschaft) genossen, vor allem im Sachsenhausener Stadtteil von Frankfurt. Dies sind schlichte Stadtteilwirtschaften, in denen Apfelwein aus dem grau-blauen Steinzeugkrug, bekannt als Bembel, ausgeschenkt wird. Der herbe Apfelwein und die scharfe, kräuterige Soße passen auf der Speisekarte natürlich zusammen.

Der Brauch, am Gründonnerstag grüne Soße zu essen, wird häufig mit der alten Gepflogenheit verbunden, an diesem Tag zum Ende der Fastenzeit grüne Speisen zu essen, möglicherweise beeinflusst durch den deutschen Namen des Tages. Während die religiöse Bedeutung für viele verblasst ist, bleibt die kulinarische Gewohnheit lebendig.

Woher es kommt

Die Wurzeln der Frankfurter Grünen Soße liegen in den Gärtnereien rund um Frankfurt am Main, insbesondere im Stadtteil Oberrad, der eng mit dem Anbau der sieben Kräuter verbunden ist. Die g.g.A. deckt die Kräutermischung ab, nicht die fertige Soße: Mindestens 70 Prozent der Kräuter müssen in Frankfurt oder in den direkt angrenzenden Gemeinden angebaut werden.

Die Stadt hat sich die Soße zu eigen gemacht. Lokale Märkte zeigen die in Papier gewickelten Kräuter während der Saison prominent, und ihr Anblick gilt als Zeichen, dass der Frühling begonnen hat. Goethe, Frankfurts berühmtester Sohn, wird in der lokalen Überlieferung häufig als Liebhaber des Gerichts genannt, obwohl es keinen Beleg dafür gibt, dass er es überhaupt kannte.

Interessante Fakten

  • Sieben Kräuter, strenge Regeln. Die geschützte Kräutermischung muss Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch enthalten, wobei kein einzelnes Kraut mehr als 30 Prozent ausmachen darf.
  • Eine kalte Zubereitung. Die Kräuter werden nie gekocht. Sie werden roh gehackt und in eine kalte Basis gemischt, um ihren frischen Geschmack zu bewahren.
  • Die Verbindung zum Gründonnerstag. Das Gericht wird traditionell am Gründonnerstag gegessen, dem inoffiziellen Beginn der Grüne-Soße-Saison.
  • Verbindung zu Sachsenhausen. Die Apfelwein-Wirtschaften in Sachsenhausen gehören zu den klassischen Orten, um die Soße zu essen.
  • Ein geschützter Name. Seit 2016 ist die Frankfurter Kräutermischung eine geschützte geografische Angabe der EU.
  • Goethes Vorliebe. Der lokalen Überlieferung zufolge war Johann Wolfgang von Goethe ein Liebhaber der Soße, auch wenn es dafür keinen Beleg gibt.

Wo man es probieren kann

Um Frankfurter Grüne Soße in ihrer ursprünglichsten Form zu probieren, ist Frankfurt am Main der richtige Ort, genauer gesagt der Stadtteil Sachsenhausen. Hier servieren die Apfelwein-Wirtschaften die Soße mit Pellkartoffeln und Eiern zum Apfelwein. Dies sind keine feinen Restaurants, sondern einfache Stadtteillokale, in denen sich Einheimische zum Mittagessen treffen.

Die beste Reisezeit ist der Frühling, wenn die Märkte voller Siebenkräuter-Bündel sind und in den Wirtschaften reger Betrieb herrscht, weil die Menschen den Beginn der Saison feiern. Eine Mahlzeit hier ist eine schlichte Angelegenheit: eine Schale der Soße, Pellkartoffeln, halbierte hartgekochte Eier und ein Glas lokalen Apfelweins.

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    Hessen liegt in der Mitte Deutschlands, und seine Landschaft macht diese Zwischenlage deutlich sichtbar: Flusstäler mit Weinbergen, bewaldete Hügel, die sich zu regelrechten Bergwanderwegen aufschwingen, und alte Marktstädte, die nie zu Großstädten heranwuchsen. Das Tempo bestimmt hier das Land selbst. Am Rhein, in dem als Rheingau bekannten Gebiet, tragen steile Hänge seit Jahrhunderten Reben. Riesling ist die Rebsorte, die das Gebiet prägt, angebaut auf Terrassen über Orten wie Rüdesheim, Eltville und Geisenheim, wo der Fluss eine Biegung macht und die Hügel die Nachmittagssonne einfangen. Markierte Radwege folgen dem Wasser durch die Weinzeilen, vorbei an Weinpressen und kleinen Kellertüren, die zur Saison zur Gasse hin öffnen. Wiesbaden, die Landeshauptstadt, entstand rund um seine heißen Quellen. Schon die Römer bauten hier Thermen, und die Bäderkultur der Stadt hat seither nie wirklich aufgehört – dasselbe warme Mineralwasser steigt noch heute aus dem Boden und speist die Brunnen und Badehäuser, die den alten Straßen ihre elegante, leicht förmliche Atmosphäre verleihen. Breite Boulevards, Stuckfassaden und ein Casino mit Kuppel gehören zu diesem selben Kurstadt-Charakter. Darmstadt, nicht weit südlich, schlug einen anderen Weg ein. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts errichtete dort eine Gruppe von Künstlern und Architekten die Künstlerkolonie Mathildenhöhe, eine Ansammlung von Häusern, Ateliers und einem Hochzeitsturm auf einem Hügel, angelegt als ein einziges künstlerisches Statement. Das Ergebnis ist ohne Vergleich in der Region: Jugendstil-Schwünge, Mosaikfliesen und Gärten, die auf die umgebenden Gebäude abgestimmt sind. Im Norden faltet sich der Taunus zu bewaldeten Höhenzügen und offenen Gipfeln, mit dem Feldberg als höchstem Punkt. Wege führen durch Buchenwald hinauf und öffnen sich auf grasbewachsene Kuppen mit Blick zurück auf die Täler von Rhein und Main. Am Fuß des Gebirges pflegt Bad Homburg seine eigene Kurtradition, mit einem Park, der um Mineralquellen herum angelegt ist, und einem Kurhaus in seiner Mitte. Marburg liegt an der Lahn, seine Altstadt zieht sich einen steilen Hügel hinauf, unterhalb einer Burg, die seit Jahrhunderten über die Flussüberquerung wacht. Enge Gassen steigen zwischen Fachwerkhäusern zur Elisabethkirche hinauf, einer der frühesten gotischen Kirchen, die in Deutschland errichtet wurden, und die Universität, die die Stadt seit dem sechzehnten Jahrhundert prägt, ist regelrecht in die Straßen eingewoben, statt von ihnen abgesetzt zu sein. Hessen trägt auch einen starken Faden Märchengeschichte in sich. Die Brüder Grimm arbeiteten den größten Teil ihres Lebens in Kassel, sammelten und bearbeiteten dort die Volksmärchen, die sich später über die ganze Welt verbreiteten, und der Ort, in dem sie aufwuchsen, Steinau an der Straße, bewahrt noch immer ihr Elternhaus. Kassel selbst beherbergt den Bergpark Wilhelmshöhe, eine Hügellandschaft, angelegt um Wasserkaskaden und gekrönt von einer riesigen Herkules-Statue, deren Fontänen an festgelegten Tagen während der wärmeren Monate laufen. Weiter östlich entstand Bad Hersfeld um eine Benediktinerabtei, deren Kirche nach einem Brand vor Jahrhunderten ohne Dach zurückblieb. Das zerstörte Kirchenschiff beherbergt heute jeden Sommer ein Freilicht-Theaterfestival, und an Aufführungsabenden füllt sich die Fachwerk-Altstadt drumherum. Fulda, ganz in der Nähe, bewahrt sein barockes Domviertel und ein Netz stiller Gassen, die zum Gehen angelegt sind statt für den Verkehr. Wein, Wasser und Wald wiederholen sich in Hessen in immer neuen Kombinationen. Sowohl das Rhein- als auch das Lahntal bieten Radwege entlang alter Treidelpfade, mit leichten Steigungen, die durch Weinbaudörfer und unter Burgruinen hindurchführen. Der Herbst bringt die Weinlese in den Rheingau, mit laufenden Pressen und jungem Wein, noch trüb und süß, der glasweise auf den Dorfplätzen verkauft wird. Frühling und Frühsommer eignen sich für die Taunuswege, wenn die Buchenwälder frisch grün sind und die Höhenwege kühl bleiben. Kurstädte wie Wiesbaden und Bad Homburg halten ihre Badehäuser das ganze Jahr über geöffnet, was der Region einen Rhythmus gibt, der nicht von einer einzelnen Jahreszeit abhängt. Was Hessen zusammenhält, ist diese Mischung aus gebauter und gewachsener Landschaft: Burghügel, die über Weinterrassen stehen, Kurparks, angelegt neben Waldhöhenzügen, und kleine Städte, in denen der Fachwerkkern und das umgebende Land sich wie ein einziger, durchgehender Ort anfühlen statt wie ein Reiseziel und sein Umland.

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