Rüdesheimer Kaffee
Flambierter Kaffee mit Asbach-Weinbrand und Schlagsahne, 1957 kreiert
- Alkoholisch

- Einheimischer Name
- Rüdesheimer Kaffee
- Gereicht
- In einer speziellen Tasse, unter Schlagsahne
- Am besten in
- Ein Café in der Drosselgasse in Rüdesheim
Was es ist
Rüdesheimer Kaffee ist ein Kaffeegetränk, das zur Stadt Rüdesheim am Rhein im Bundesland Hessen gehört. Es ist kein landesweit verbreitetes Getränk, sondern eine lokale Spezialität, die eng mit der Drosselgasse verbunden ist, einer schmalen, lebhaften Gasse mit Wirtshäusern und Cafés, die vom Rhein hinauf zur Oberstadt führt. Das Getränk zeichnet sich durch seine Zubereitung aus: Drei Stück Würfelzucker und ein Maß Asbach Uralt Weinbrand kommen in eine spezielle Tasse und werden angezündet. Der brennende Weinbrand wird etwa eine Minute lang gerührt, bis sich der Zucker aufgelöst hat, dann wird heißer, starker Kaffee eingegossen, und das Getränk wird mit einer dicken Schicht Schlagsahne, die mit Vanillezucker gesüßt ist, gekrönt und mit geriebener Schokolade bestreut.
Das Erlebnis ist ebenso visuell wie kulinarisch. Der Weinbrand brennt mit blauer Flamme, bevor der Kaffee hinzugefügt wird, was ein kleines Spektakel schafft, das zur Identität der Stadt geworden ist. Das Getränk wird in einer eigens dafür vorgesehenen Rüdesheimer-Kaffee-Tasse serviert, die viele Besucher als Souvenir mit nach Hause nehmen. Es soll durch die Sahneschicht hindurch getrunken werden, ohne umzurühren, damit sich der heiße, gesüßte Kaffee und der Weinbrand nach und nach mit der kühlen Sahne vermischen.
Wie es entstand
Das Rezept hat eine klare Entstehungsgeschichte, die sich bis ins Jahr 1957 zurückverfolgen lässt. Hans Karl Adam, ein bekannter Fernsehkoch jener Zeit, schuf das Getränk auf Wunsch des Rüdesheimer Weinbrandhauses Asbach, das eine Kaffeespezialität rund um seinen Weinbrand wollte. Der Name des Getränks ist naheliegend: Er trägt den Namen der Stadt, in der der Weinbrand hergestellt wird und in der das Getränk erstmals serviert wurde.
Adams Kreation wurde nicht über Nacht zu einer festen Größe. Sie wuchs mit dem Tourismus Rüdesheims und wurde zu einem Ritual für jene, die durch die Drosselgasse schlenderten. Die Schlichtheit seiner Zutaten (Kaffee, Zucker, Weinbrand und Sahne) täuscht über die genaue Methode hinweg, die für die richtige Zubereitung nötig ist.
Wo man es findet
Der klassische Ort, um Rüdesheimer Kaffee zu bestellen, ist ein Café in oder rund um die Drosselgasse. Diese schmale Gasse oberhalb des Flusses ist gesäumt von Wirtshäusern und Cafés, die das Getränk seit Jahrzehnten servieren. Jedes Lokal inszeniert das Ritual auf seine eigene Weise, doch die Kernelemente bleiben gleich: das Flambieren des Weinbrands und die großzügige Sahnehaube.
Die Cafés sind am Nachmittag und Abend oft gut besucht, wenn der Anblick des brennenden Weinbrands die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden auf sich zieht.
Was hineinkommt
Das Getränk beruht auf wenigen Schlüsselzutaten, von denen jede eine bestimmte Rolle für das Endergebnis spielt:
- Asbach Uralt: Ein deutscher Weinbrand aus Rüdesheim, der den Alkohol liefert, der angezündet wird.
- Drei Stück Würfelzucker: Diese kommen zusammen mit dem Weinbrand in die Tasse und lösen sich auf, während er brennt und gerührt wird.
- Heißer Kaffee: Starker schwarzer Kaffee, der hinzugefügt wird, nachdem die Flamme kurz gebrannt hat, und die Grundlage des Getränks bildet.
- Schlagsahne: Eine dicke Haube, gesüßt mit Vanillezucker und abgerundet mit Schokoladenflocken oder geriebener Schokolade.
Das Ergebnis ist ein warmes, süßes Getränk mit der milden, leicht karamellisierten Note des Weinbrands. Die Sahne mildert die Schärfe des Alkohols, während der flambierte Zucker für Tiefe sorgt. Es ist kein leichtes Getränk; es ist gehaltvoll genug, um eher als Nachmittags- oder Abendgenuss denn als Morgenkaffee zu gelten.
Kuriose Fakten
- Die Tasse zählt. Eine eigens dafür vorgesehene Rüdesheimer-Kaffee-Tasse gehört zum Ritual, und viele Besucher nehmen eine als Souvenir mit nach Hause.
- Ein Fernsehursprung. Das Getränk wurde 1957 vom Fernsehkoch Hans Karl Adam geschaffen, im Auftrag des Weinbrandherstellers Asbach.
- Erst die Flamme, dann der Kaffee. Der Weinbrand brennt zusammen mit dem Zucker, bevor der Kaffee hinzugefügt wird, damit sich der Zucker auflöst und etwas von der Schärfe des Alkohols verbrennt.
- Nicht umrühren. Sobald die Sahne darauf ist, wird das Getränk durch sie hindurch getrunken, statt umgerührt zu werden.
- Lokaler Stolz. Obwohl auch in anderen Teilen Deutschlands bekannt, bleibt das Getränk ein Symbol Rüdesheims und kein landesweiter Standard.
Wo man es probieren kann
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