Meefischli
Knusprig gebratener Flussfisch aus dem Maintal bei Würzburg, mit den Fingern im Ganzen gegessen

- Einheimischer Name
- Meefischli
- Serviert mit
- Brot, Zitrone
- Am besten in
- Ein fränkischer Gasthaus am Mainufer
- Passt zu
- Fränkischer Silvaner
Was es ist
Meefischli sind kleine, ganze Flussfische, die goldbraun und knusprig frittiert werden, eine Spezialität Würzburgs am Main. Der Name stammt aus dem fränkischen Dialekt der Region, in dem der Main Mee genannt wird, sodass Meefischli schlicht "kleine Mainfische" sind, wobei die Verkleinerungsform -li ihre bescheidene Größe widerspiegelt. Es ist kein Gericht für jene, die lieber Gräten vom Teller klauben; sie werden ganz gegessen, mit Kopf und Schwanz, nur mit den Fingern und einer Serviette.
Die Fische sind klein genug, um in ein oder zwei Bissen gegessen zu werden. Meist nur wenige Zentimeter lang, werden sie gesäubert und in Mehl oder Paniermehl gewendet, bevor sie in heißes Öl gegeben werden. Das Ergebnis ist eine knusprige, salzige Kruste, die das zarte Fleisch darin umschließt. Es gibt keine Soße auf dem Teller und kaum Beilagen, die von der Schlichtheit ablenken würden. Ein Spritzer frischer Zitronensaft ist das übliche Beiwerk, das eher dazu dient, das Fett der frittierten Haut zu mildern, als den Geschmack des Flusses zu überdecken.
Woher sie kommen
Diese Fische gehören zu Unterfranken im nördlichen Bayern, vor allem zu dem Abschnitt des Mains, der an Würzburg vorbeifließt. Besonders beliebt sind sie in den wärmeren Monaten, wenn die Wirtshäuser und Weinstuben am Fluss ihre Tische nach draußen stellen.
Die Tradition ist an das örtliche Gasthaus am Fluss gebunden, wo die Gäste beim Essen die Strömung beobachten können. Weißfische aus dem Main werden noch immer von örtlichen Flussfischern gefangen, wenngleich nicht jeder heute servierte Teller zwangsläufig aus dem Fluss selbst stammt, und das Angebot je nach Fang schwanken kann. Meefischli werden auch frittiert auf dem Würzburger Markt verkauft, ein schneller Imbiss für Einkaufende.
Wie sie gegessen werden
Meefischli zu essen ist eine Angelegenheit für die Hände. Die Fische kommen heiß auf den Tisch, aufgehäuft auf einem einfachen Teller oder in einer Papiertüte. Die Gäste nehmen sie am Schwanz und essen sie ganz, knusprigen Kopf inklusive, und genießen dabei die krosse Haut und das zarte Fleisch darunter. Es ist mit Absicht unordentlich, und die Finger werden dabei unweigerlich etwas fettig.
Das Erlebnis ist nicht im Sinne der gehobenen Küche elegant gedacht. Es ist urig und gesellig. Zu einer typischen Portion gehört eine Scheibe knuspriges Brot, um das restliche Öl oder den Zitronensaft auf dem Teller aufzutunken, manchmal dazu ein einfacher Salat. Das Brot wirkt als Puffer gegen die Salzigkeit der frittierten Haut und als Träger für die letzten Geschmacksreste.
Ein Glas fränkischer Silvaner ist ein naheliegender Begleiter. Dieser trockene Weißwein wird traditionell im Bocksbeutel abgefüllt, einer flachen, rundbauchigen Flasche mit kurzem Hals, die das Erkennungszeichen des fränkischen Weins ist. Die knackige Säure des Silvaners durchschneidet die Öligkeit des frittierten Fisches. Ein Glas Bier ist eine gängige Alternative.
Kuriose Fakten
- Ganz gegessen. Anders als bei größeren Flussfischen, bei denen die Gräten entfernt werden, werden Meefischli komplett frittiert und gegessen, mit Kopf, Schwanz und feinen Gräten.
- Ein Dialektname. Mee ist die Würzburger Aussprache von Main; das Flussviertel Würzburgs wird im Dialekt Meeviertel genannt.
- Saisonaler Favorit. Am beliebtesten sind sie im Sommer, wenn die Terrassen am Fluss geöffnet sind.
- Marktimbiss. Neben den Wirtshäusern werden Meefischli auch frisch frittiert auf dem Würzburger Markt verkauft.
- Lokale Flaschenform. Der dazu servierte Wein kommt oft im Bocksbeutel, einer unverwechselbaren flachen Flasche, die ihn als fränkisch ausweist.
Wo man es probieren kann
Der beste Ort, um Meefischli zu essen, ist ein Gasthaus oder eine Weinstube am Main in Würzburg während der Sommermonate. Nicht jedes Lokal bietet sie täglich an, daher lohnt es sich, Einheimische oder die Tourist-Information zu fragen, wo sie gerade auf der Karte stehen. Ein Besuch der Altstadt passt gut dazu, doch das wahre Erlebnis findet sich am Ufer des Flusses.
Wo man es probieren kann
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Barockstadt, berühmt für ihre prächtige Residenz und blühende Weinkultur.
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